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Heizsaison
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Vorbereitung auf die Heizsaison
Früher hätte kaum ein Mieter schon im Sommer an die bevorstehende Heizsaison gedacht, denn die Abrechnungen über die vergangene Heizsaison kamen meist erst Ende des Jahres, außerdem waren Guthaben nicht selten. Inzwischen aber blicken viele Mieter nach dem frühen Erhalt ihrer Heizkostenabrechnungen sorgenvoll in die Zukunft, denn die Brennstoffkosten haben sich im Durchschnitt um fast 30% verteuert. In vielen Fällen lässt sich dies aber durch bedondere Verhaltensregeln zum Teil ausgleichen, so dass der Mieterschutzbudn Berlin e.V. die wichtigsten Spartipps zusammenfasst, mit denen auch ohne erhebliche Komforteinbußen Heizenergie und damit teuere Heizkosten gespart werden können. Um zu sparen, sind viele Mieter schon jetzt dazu übergegangen, die ganze Wohnung nur vom Wohnzimmer her zu erwärmen. Der oder die Heizkörper im Wohnzimmer sind daher Tag und Nacht in Betrieb, die Messgeräte ebenfalls im Dauereinsatz. Von Fachleuten wird aber empfohlen, in Nebenräumen, wie auch im Schlafzimmer, die Heizung leicht anzustellen und die Türen zu diesen Räumen zu schließen. Insgesamt können dadurch nicht nur Verbrauchswerte reduziert werden, man vermeidet dadurch auch die Bildung von Feuchtigkeit und Schimmel in kühleren Räumen. Durch die offenen Türen würde sonst die wärmere Luft aus dem Wohnzimmer an den Außenwänden abkühlen und dadurch ständig Kondenswasser abgeben. Das führt dann nach und nach zur Schimmelbildung. Die Messgeräte an den Heizkörpern müssen unbedingt von Gardinen oder Verkleidungen frei bleiben, weil sonst unweigerlich ein Wärmestau entsteht und die Messgeräte einen weit höheren Verbrauch vortäuschen als tatsächlich stattgefunden hat. Auch durch leichte Vorhänge oder Gardinen wird die Luftzirkulation behindert, der betreffende Raum hat nur 20 Grad Celsius, das Messgerät registriert aber einen Verbrauchswert von 30 Grad Celsius oder mehr. Wer berufstätig ist, sollte die Heizung beim Weggehen etwas drosseln, nichr jedoch ganz ausstellen. Kühlt eine Wohnung im kalten Winter aus, erfordert das Aufheizen nicht nur längere Zeit, sondern auch erhöhte Heizenergie. Viele Mieter meinen, dass die Heizung gar nicht mehr funktioniert, wenn ein Thermostatventil gedrosselt wird. Grund ist die Beobachtung, dass der Heizkörper zunächst einmal für einige Zeit kalt bleibt, weil die Raumtemperatur ein Öffnen des Ventils noch nicht zulässt. Nach einiger Zeit, wenn die eingestellte Temperatur, z.B. von 17 Grad Celsius, unterschritten wird, öffnet das Ventil wieder und hält dann durch abwechselndes Öffnen und Schließen die Raumtemperatur auf 17 Grad. Zwischendurch ist der Heizkörper immer wieder kalt, bis das Ventil erneut ANlass sieht, sich zu öffnen. Dadurch glauben viele Mieter, dass der Heizkörper immer kalt ist, weil sie zufällig dann prüfen, wenn das Ventil geschlossen hat. Sollte aber tatsächlich Anlass für die Annahme bestehen, dass ein Ventil nicht funktioniert, sollte der Vermieter informiert werden, denn mit einem Thermostatventil kann man nur Heizenergie sparen, wenn es auch vollständig in allen Stufen funktioniert. Sollte der Mieter aber fälschlicherweise annehmen, das Ventil würde nicht funktionieren und meldet dies dem Vermieter, besteht die Gefahr, dass dieser die Überprüfungskosten auf den Mieter abwälzt. Am besten kamm man ein Thermostatventil überprüfen, wenn man es auf eine niedrigere Stufe einstellt und das Fenster öffnet. In kurzer Zeit ist der Raum im Bereich des Heizkörpers so ausgekühlt, dass sich das ventil wieder öffnen müsste. Bleibt der Heizkörper auch dann kalt, dürfte tatsächlich eine Fehlfunktion des Thermostatventils vorliegen. Während der Heizsaison muss zwar regelmäßig gelüftet werden, damit die feuchte Raumluft entweichen kann und durch trockene Luft ausgetauscht wird, doch darf der eigentliche Lüftungsvorgang nicht zu lange dauern. Der Luftaustausch erfolgt am schnellsten, wenn mittels Durchzug gelüftet werden kann. Je nach den Windverhältnissen kann dann schon nach 5 Minuten ein vollständiger Luftaustausch in der Wohnung erreicht werden, so dass nach dem Schließen der Fenster und dem Wiederanstellen der Heizung die kalte Luft schon wieder erwärmt ist und die Luftfeuchtigkeit in den Räumen deutlich herabgesetzt ist. Nach dem Durchzug sollte unbedingt daran gedacht werden, wieder die Türen zu den kühleren Räumen zu schließen. Viele Mieter mit hohen Nachzahlungen behaupten, sparsam zu heizen, haben aber kein Thermometer in der Wohnung. Unter diesen Umständen ist natürlich eine wirksame Kontrolle der Heiztemperaturen nicht möglich, so dass leicht falsche Gewohnheiten einreißen. Angestrebt werden sollte im Wohnzimmer eine Temperatur von 20 bis 21 Grad Celsius während des Aufenthalts des Mieters, ansonsten von 17 Grad wie in den Nebenräumen. Bei entsprechendem Lüften drei- bis viermal am Tag mit Durchzug von jeweils 5 Minuten besteht keine Gefahr, dass sich irgendwo in der Wohnung Schimmel bilden kann, wenn die Bausubstanz in Ordnung ist.
Wer während der Heizsaison hemdsärmelig in der Wohnung herumläuft, benötigt natürlich eine höhere Heiztemperatur als jemand, der die Handgelenke bedeckt hält und auch Socken trägt. Diese sensiblen Bereiche signalisieren dem Körper entweder Wärme oder Kühle, so dass mancher die Heiztemeperatur in Wohnräumen um 1, 2 oder 3 Grad senken kann, ohne dies als unangenehm zu empfinden. Eine zweckmäßige Bekleidung während der Heizsaison auch in der Wohnung könnte somit auch zum Sparen von Heizenergie beitragen. Wer allerdings glaubt, Heizenergie dadurch sparen zu können, dass er gar nicht mehr lüftet, täuscht sich gewaltig und fügt sich großen Schaden zu, denn durch die unvermeidliche Kondenswasserbildung an Fenstern und Außenwänden entstehen bald Kältebrücken, die den beabsichtigten Spareffekt ins Gegenteil verkehren und sogar zu einem weit höheren Verlust der Heizenergie führen. Regelmäßiges, nicht allzu langes LÜften per Durchzug während der Heizsaison trägt dagegen zu günstigen Heizkosten bei. Zeitschrift "Mieterschutz" Ausgabe 3/2006
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